Nordirlands unberührte Küste: eine Reise auf der Causeway Coastal Route

Wer über Irland spricht, meint dabei meist die Cliffs of Moher, den Küstenort Dingle oder die Hauptstadt Dublin. Selten ist dabei die Rede von Nordirland. Dabei hat das Land faszinierende Ecken voller unberührter Natur und rauer Schönheit zu bieten.

Wissenswertes

Die irische Insel ist in 32 Grafschaften (Counties) unterteilt. Sechs davon liegen in Nordirland, weshalb sie politisch zu Großbritannien gehören. In den Counties Fermanagh, Tyron, Londonderry, Antrim, Down und Armagh wird daher mit dem britischen Pfund bezahlt. Kleiner Tipp: Falls du schottische Pfund hast (erkennbar an dem Aufdruck Bank of Scotland), versuche diese in englische Sterling zu wechseln. Es gibt einige Geschäfte in Irland, wie übrigens auch in England, die schottischen Scheine rigoros ablehnen. Kurios, hab ich aber selbst erlebt. In dem Fall hilft es nur, größere Geschäfte (Tesco, Lidl, Esso) aufzusuchen und dort zu bezahlen. Diese nehmen das Geld in der Regel an.

Achtung beim Autofahren: wie in Großbritannien üblich, werden auch in Nordirland die Geschwindigkeiten und Strecken in Meilen gemessen. Eine Meile oder Miles per hour (kurz mp/h) entspricht etwa 1,6 Kilometer, beziehungsweise km/h.

Zur Orientierung:

30 mp/h = 48 km/h  // 40 mp/h = 64 km/h
50 mp/h = 80 km/h //  60 mp/h = 96 km/h
70 mp/h = 112 km/h  //  80 mp/h = 128 km/h

Nice to see – Places of interesst 

Nordirland hat Unmengen zu bieten. Die Natur ist vielerorts unberührt und es sind  insgesamt weniger Touristen anzutreffen als in den restlichen Gebieten der Insel.

Von Belfast aus verläuft die spektakuläre Causeway Coastal Route in den Norden nach Londonderry. 190 km führt der Weg durch große lebhafte Orte und kleine verschlafene Fischerdörfer. Entlang zahlreicher Sandstrände, rauer Küsten und über spektakuläre Bergpässe. Es geht zu den Klippenpfaden von Gobbins, der abenteuerlichen Hängebrücke Carrick-a-Rede bis hin zum Damm der Riesen – dem Giant’s Causeway. Schlussendlich endet die Straße im Stadtzentrum Londonderrys, der viertgrößten Stadt auf der Insel.

Einige der schönsten Orte und meine Highlights entlang der Causeway Coastal Route und in derer direkten Nähe habe ich euch hier aufgelistet:

Belfast:

Noch vor wenigen Jahren, war die Hauptstadt des Nordens ein Kriesengebiet. In Belfast war der Nordirlandkonflikt nach wie vor allgegenwärtig. Als Reisender spürt man heutzutage allerdings kaum mehr etwas von dem dramatischen Konflikt des Landes. Die Peace Line, eine Betonmauer, welche das protestantische Shankill und die katholische Falls Road voneinander trennt, zeugt noch von den einstigen Zuständen in der Hauptstadt. Mittlerweile gilt diese als touristische Hauptattraktion und Tausende Besucher bestaunen jährlich die kuriosen und fantasievollen Wandmalereien an der Friedenslinie. Übrigens eröffnete exakt 100 Jahre nachdem der riesige Passagierdampfer sank, in Belfast das berühmte Titanic Museum. An genau der Stelle, an der das Schiff damals gebaut wurde, steht heute ein beeindruckendes Gebäude welches in neun verschiedenen Ausstellung seine Geschichte erzählt.

Giant’s Causeway:

Der Damm der Riesen ist ein faszinierendes Naturspektakel. Aus vulkanischer Aktivität entstanden, werden die sechseckigen Steinsäulen von den tosenden Wellen umspült. Es scheint fast unwirklich, dass tatsächlich die Natur alleine für die perfekte Formation der Gesteine verantwortlich ist.

Giant’s Causeway

Carrick-a-Rede:

Nur von April bis September, während der Lachssaison, ist Carrick-a-Rede Island zugänglich. Zu dieser Zeit wird die Felsinsel durch eine 30 m lange Hängebrücke mit dem Festland verbunden. Diese wird durch die Fischer errichtet, welche die Lachse beim Umschwimmen der Insel auf dem Weg zu ihren Laichplätzen abfangen. Tipp: Frühzeitiges Erscheinen ist wichtig, das Tageskontigent der Eintrittskarten ist nur beschränkt.

Carrick-a-Rede Island

Ballintoy Harbour:

Ich weiß nicht, ob der Hafen von Ballintoy vor seinem Auftritt in der Serie Games of Thrones schon so berühmt war. Aber spätestens seit Theon hier die Eiseninseln aufsuchte und auf seine Schwester traf, hat Ballintoy einiges an Popularität gewonnen. Auch abseits der Fantasyserie ist die Bucht sehr sehenswert. Ein bunter Fischerhafen inmitten einer schroffen und von Felshöhlen gesäumten Landschaft.

Ballintoy Harbour

Cushendun Caves:

Bei den Höhlen von Cushendun bin ich mit ziemlich sicher, dass diese erst den großen Ansturm erlebten, nachdem sie zur Game of Thrones Kulisse wurden. Ein wenig schadenfroh bin ich also, wenn ich euch sage, dass viele Touristen in dem Ort umher irren, ohne die Caves überhaupt zu Gesicht zu bekommen. Warum? Weil sie diese gar nicht finden. Mir ist aufgefallen, dass der Norden es mit der Beschilderung nicht so eng sieht wie der restliche Teil der Insel. Wenn du also die Höhlen besichtigen willst, läufst du vorbei an der Ziegenstatue (bitte bitte keine Fotos der dort angebundenen LEBENDIGEN Ziege, das ist eindeutig Tierquälerei..) in Richtung Meer. Dort gehst du rechts den Weg seitlich des Wohnhauses hoch und kommst direkt auf die Höhlen zu.

Cushendun Caves

Portrush:

DER Touristenort des Nordens. Mit zwei langen Sandstränden, unzähligen Cafés und Pubs und preisgekrönten Seafood-Restaurants trifft sich hier ziemlich alles, was den Norden bereist. In den Sommermonaten finden an den Stränden Portrushs große Konzerte und Feste statt. Besonders beliebt ist der Ort wohl auch aufgrund seiner Lage. Nur wenige Meilen trennen ihn von den spannenden Sehenswürdigkeiten wie dem Giant’s Causeway und dem Dunluce Castle.

Bushmills:

Bekannt ist der Ort durch die Old Bushmills, eine der ältesten Whiskeybrennereien Irlands. Bereits seit mehr als 400 Jahren wird hier der traditionelle Single Malt Whiskey produziert. Generation für Generation wird die Kunst des Brennens weitergegeben.

Dunluce Castle:

Eine der größten Ruinen und wohl auch der spektakulärsten Irlands. Die Überreste der Burg erstrecken sich auf einem Felsen am Rande des tosenden Ozeans. Unterhalb der Burg führt eine steile Treppe hinab zum Meer. Dort befindet sich eine Grotte, welche einst als Versteck für die Boote diente.

Dunluce Casle

Ballymoney und die Dark Hedges:

Das Örtchen Ballymoney verdankt seine Berühmtheit vor allem den bekannten Dark Hedges. Eine imposante Buchenallee, welche heute zu den meistfotografierten Motiven Irlands gehört. Hinter den Bäumen stecken die einstiegen Besitzer des Gracehill Anwesens. Sie wollten ihren Besuchern im 18. Jahrhundert einen besonders eindrucksvollen Empfang darbieten. Wer selbst das berühmte Motiv ablichten möchte, sollte dies am frühen Morgen oder in den Abendstunden tun. Nicht nur dass zu den Zeiten die Buchenallee besonders mystisch wirkt, auch besteht dann die Möglichkeit, ein Foto ohne Autos und Busse zu erhaschen.

Die Dark Hedges

Mussende Temple und das Downhill House:

Hoch oben auf den Klippen über dem Atlantik thront ein Tempel, der allen Gezeiten zu trotzen scheint. 1785 wurde dieser als Bibliothek erbaut. Nur wenige Schritte entfernt, finden sich die Ruinen des imposanten Downhill House, ein im 18. Jahrhundert entstandenes Herrenhaus, welches nach dem Zweiten Weltkrieg endgültig zerfiel. Sowohl das Herrenhaus wie auch der Tempel befinden sich im Downhill Demesne. Eine wunderschöne Anlage bestehend aus Wäldern, Gärten und Feldern.

Magheracross:

Dieser Ort wird vermutlich in keinem Reiseführer zu finden sein. Wer von Portrush zum Dunluce Castle fährt, kommt etwa eine Meile vor der Burg an dem Magheracross Parkplatz vorbei. Auf der rechten Seite bietet sich der Blick auf die Ruine, Links auf die Klippe. Während die meisten natürlich sofort das Castle anvisieren, entgeht ihnen die Aussicht auf die wunderschönen weißen Klippen, welche von krisstallklarem, blauem Wasser umspült werden!

Weiße Klippen umgeben von blauem Wasser

Ich möchte dir in den nächsten Wochen den Norden des Landes mit all seinen faszinierenden Facetten nahebringen. Von Belfast nach Sligo, über den nördlichsten Punkt des Festlandes und zu den steilsten Klippen im Nordwesten.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Gruene-Insel.de.

3 Kommentare zu “Nordirlands unberührte Küste: eine Reise auf der Causeway Coastal Route

  1. Was für ein schöner Beitrag, ich selbst war vor 10 Jahren in Nordirland und möchte unbedingt nochmal in dieses tolle Land. Deinen Fotos sind mal wieder klasse und machen Lust auf eine baldige Reise 😀

    1. Danke liebe Sandra 🙂
      Das freut mich zu hören! Ich denke in den letzten 10 Jahren hä sich bestimmt einiges verändert. Bin gespannt, was du dann zu erzählen hast!
      Liebe Grüße
      Cindy

  2. Hey 😉

    Nordirland hatte ich ja mal so gar nicht auf den Schirm gehabt. Aber richtig schön geschrieben und macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Muss mich die Zeit mal intensiver mit dem Land auseinandersetzen, aber die Landschaft sieht schon mal atemberaubend. Fehlt eigentlich nur noch ein Flug, um mir selbst ein Bild von dem Land zu machen, oder?!

    Liebe Grüße,

    Joshua.

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  • Auch Zuhause gibt's hin und wieder was zu entdecken 😊

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  • Der #YosemiteNationalpark ist einer der schönsten Nationalparks die ich je gesehen habe! Gigantische Wasserfälle und wundervolle Seen 👌

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  • Nein. Nicht wirklich Paris. Vegas! 🥂🏅 Die Stadt der Sünde 👹

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  • #Naturwunder Giant's Causeway - traumhaft schön! 😍

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  • Schöner geht kaum! 👌nochmal die weißen Klippen in #Nordirland 
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  • Trotz oder wegen dem Nebel.. ein fantastischer Blick auf die Blaskets!
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